Zu Gast im Deutschlandfunk

Zugegeben. Um 06:40 morgens ist eigentlich nicht so meine Zeit. Aber wenn Deutschlandfunk Kultur zum Gespräch bittet, motiviert das natürlich ungemein. Es ging, wie sollte in diesen Tagen anders sein, um die Geschehnisse in der Ukraine. Genauer: um die Social Media Kommunikation des ukrainischen Präsidenten Selenskyj.
„Selenskyj im PR-Krieg Der Präsident der Herzen“ titelt der DLF, das achtminütige Gespräch ist hier als Aufzeichnung verfügbar:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-perfekte-pr-oder-wie-selenskyj-den-krieg-in-die-herzen-bringt-dlf-kultur-3d759412-100.html

Ich werde mich zu gegebener Zeit ausführlicher mit der Bedeutung von Social Media in diesem Angriffskrieg befassen. Eine Passage des Gesprächs möchte ich aber vorab bereits an dieser Stelle hervorheben, weil ich davon überzeugt bin, dass wir angesichts der multimedialen Komponente dieses Krieges auch gesellschaftlich vor ganz neuen Herausforderungen stehen:

Deutschlandfunk: Man darf ja aber auch nicht vergessen, Selenskyj ist ja nicht nur ein PR-Meister, wie man gerade merkt, er ist auch ein guter Schauspieler. In der ARTE-Mediathek ist gerade diese Serie zu sehen, „Diener des Volkes“. Kommt Ihnen das nicht auch manchmal surreal vor? Als wäre Selenskyj noch immer in seiner Fernsehrolle als Präsident?

Hügelmann: Die ganze Situation ist komplett absurd. Ich erinnere an die ersten Kriegstage, die insbesondere über die Plattform TikTok mehr oder weniger in Echtzeit verfolgt werden konnten. […] Wir erleben die Omnipräsenz und Unmittelbarkeit der sozialen Medien und wir alle, wenn wir das denn wollen, wurden in den „frontrow-seat“ befördert, wo wir mit dabei sein können, wie ein Land ein anderes Land überfällt. Allein, dass ich diesen Satz sage, verdeutlicht, wie bizarr diese Situation anmutet […].“

Social Media trägt die volle Wucht des Krieges und das unermessliche menschliche Leid in die persönliche Komfort-Zone von Millionen von Menschen. Für die gesellschaftliche Resilienz ist die Situation ohnehin ein absoluter Stresstest, der durch die Unmittelbarkeit von Social Media verstärkt wird. Ich glaube nicht, dass wir darauf ausreichend vorbereitet sind.

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