I/III: #fedidwgugl

Wahlkampf ist der ultimative Wettbewerb der Ideen um Aufmerksamkeit. Die diesjährige Bundestagswahl – da sind sich alle vermeintlichen Experten sicher – wird die erste Bundestagswahl sein, die auch im digitalen Raum entschieden wird. Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat – Social Media spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Nirgendwo sonst ist Kommunikation so unmittelbar und barrierefrei und theoretisch so nah am potentiellen Wähler. Gleichermaßen taugt das Multi-Channel-Dickicht dazu, mehr zu verwirren als aufzuklären.

Gute Zeiten also für Public Affairs- Leute und Politologen, einer muss die Dinge ja verständlichen machen. Falsch gedacht. Denn aus beiden Richtung kommt kaum etwas, das prägnant und fundiert Hintergründe im digitalen Wahlkampf entschlüsselt und erläutert. Zu verschlossen (PA) und zu viel mit sich selbst beschäftigt (Pol.Wis) – oder umgekehrt. Spielt auch keine Rolle, da sich am Ergebnis nichts ändert.

Umso mehr erstaunt es, dass selbst Kommentatoren aus Werbung und Marketing im Zusammenhang mit politischer Kampagnenführung im digitalen Raum nicht nur fremdeln, sondern sich teils fundamental widersprechen. Erst jüngst schrieb der Deutschland-Ableger des Tech-Magazins „WIRED“ einen Abgesang auf die Digitalstrategie der Grünen. Nur damit kaum 24 Stunden später der Horizont – Fachblatt für Marketing, Agenturen, Medien und Tech (sic) – die Grünen um Cem Özdemir zu den digitalen Performern im Wahljahr 2017 kürte.

Bitte nicht falsch verstehen: angesichts immer stärker verschwimmender Grenzen zwischen ohnehin schon schwammig definierten Teildisziplinen in Marketing, Werbung und Beratung verwundert es nicht, dass die Einordnung einer so schnelllebigen Sache, wie es der digitale Bundestagswahlkampf nun mal ist, schwer fällt.

Umso wichtiger ist es dann jedoch, an fundierten Erkenntnissen nicht nur interessiert zu sein, sondern sich auch die Zeit zu nehmen, ebensolche zu erarbeiten. Ebendas will ich bis zur Bundestagswahl und darüber hinaus versuchen. Damit dieses Vorhaben gelingt, soll der vorliegende Blog Zeugnis darüber ablegen, was meine Beobachtung des politischen Werbemarktes an Ergebnissen und Nicht-Ergebnissen produziert.

Bendix Hügelmann

 

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